Wenn dein Kind in den ersten Wochen der Schwangerschaft verstirbt, spricht man medizinisch von einer „frühen Fehlgeburt“. Ein Begriff, der viel zu sachlich klingt für das, was er bedeutet:
Ein kleiner Mensch ist gegangen, lange bevor er richtig da sein durfte.
Wenn dir deine Ärztin oder dein Arzt mitteilt, dass das Herz deines Babys nicht mehr schlägt, ist das ein Schock. Und gleichzeitig beginnt ein neuer, schwerer Weg.
💛 Was jetzt wichtig ist: Du hast Zeit.
Du musst nicht sofort handeln.
Du darfst durchatmen. Du darfst dir Zeit nehmen. Du darfst in Ruhe überlegen, was sich für dich stimmig anfühlt. Und du solltest Erinnerungen schaffen – mehr dazu unter dem dazugehörigen Punkt.
Drei Wege zu entscheiden
Es gibt drei Wege, wie es nun weitergehen kann
🫶🏼 1. Abwarten – kleine Geburt auf natürlichem Weg
Du kannst deinem Körper Zeit geben, selbst zu erkennen, dass dein Baby gegangen ist.
Das nennt man eine sogenannte kleine Geburt – also eine vaginale Geburt ohne medizinische Eingriffe.
Viele Frauen berichten, dass es ihnen geholfen hat, aktiv mit dem eigenen Körper durch diese Erfahrung zu gehen.
💡 Du kannst dich jederzeit umentscheiden – und dich z. B. doch für eine Einleitung oder Ausschabung entscheiden, wenn du merkst, dass du das Abwarten emotional oder körperlich nicht mehr tragen kannst.
💊 2. Medikamentöse Einleitung – kleine Geburt mit Unterstützung
Dein Körper wird durch Medikamente sanft auf die kleine Geburt vorbereitet.
Auch hier handelt es sich um eine vaginale Entbindung – nur eben medizinisch unterstützt.
Diese Methode kann helfen, den Prozess zeitlich planbarer zu gestalten, wenn du dich nicht auf das natürliche Einsetzen der Geburt verlassen möchtest oder kannst.
🩺 3. Ausschabung / Absaugung (Abrasio / Curettage)
Das ist ein chirurgischer Eingriff unter Narkose, bei dem dein Kind sowie Plazenta und Gebärmutterschleimhaut entfernt werden.
Manche entscheiden sich für diesen Weg, weil sie körperlich oder seelisch möglichst schnell Klarheit brauchen. Auch das ist okay. Doch bitte bedenke, dass es psychisch eine Belastung sein kann, da es so schnell geht… Dein Körper hat es noch nicht verstanden – Du gehst mit Baby im Bauch in den OP und verlässt ihn mit einem leeren Bauch. Sorge für genügend Erinnerungen im Vorfeld. Sofern sich dieser Weg dennoch für dich richtig anfühlt, ist es der richtige für dich.