Manchmal zeigt eine Untersuchung in der Schwangerschaft etwas Auffälliges. Eine Diagnose, die plötzlich alles in Frage stellt. Die Welt steht still – und gleichzeitig drehen sich Gedanken, Fragen und Ängste im Kreis.
Wenn du in dieser Situation bist: Du bist nicht allein.
Es gibt Möglichkeiten. Es gibt Wege. Und es gibt Unterstützung.
Was jetzt wichtig ist
Bei einem auffälligen Befund hast du ein Recht auf umfassende Beratung – medizinisch, genetisch, psychologisch. Und du hast Zeit. Auch wenn sich alles eng anfühlt: Du musst nicht sofort entscheiden.
Sprich mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen. Hol dir Rat bei einer Hebamme oder einer anerkannten Beratungsstelle. Notiere deine Fragen – viele kommen erst nach dem ersten Gespräch. Und du darfst sie alle stellen. Mehrmals. Bis du Klarheit spürst.
Drei mögliche Wege
Je nach Diagnose stehen dir drei Optionen offen:
1. Das Kind weitertragen
Du entscheidest dich bewusst, dein Kind trotz Diagnose weiter im Bauch zu tragen. Manche Eltern sagen: „Wir wollen unser Kind kennenlernen, so wie es ist.“
Diese Entscheidung ist mutig. Und sie darf begleitet werden – medizinisch, psychologisch und emotional.
Vereine wie „Weitertragen e. V.“ oder Erfahrungsberichte anderer Eltern können dir helfen, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen. Auch die palliative Geburt kann hier ein Teil davon sein (siehe unten).
2. Palliative Geburt
Wenn klar ist, dass dein Kind nach der Geburt nicht lange leben wird, kann eine palliative Geburt der richtige Weg sein. Dabei wird die Schwangerschaft so lange wie möglich begleitet. Nach der Geburt sorgen spezialisierte Palliativteams dafür, dass dein Baby schmerzfrei und in Geborgenheit sterben darf.
Diese Zeit – so kurz sie auch ist – kann ein kostbarer gemeinsamer Moment werden.
Nicht jede Klinik bietet diese Möglichkeit an. Informiere dich deshalb frühzeitig über geeignete Geburtsorte.
3. Später Schwangerschaftsabbruch
Wenn du dich gegen das Weitertragen entscheidest, ist ein medizinisch begleiteter Schwangerschaftsabbruch eine weitere Möglichkeit.
Je nach Schwangerschaftswoche unterscheidet man zwischen verschiedenen medizinischen Eingriffen. Ab etwa der 24. Woche wird das Herz des Kindes vorab durch eine Injektion zum Stillstand gebracht (Fetozid), um dem Kind Schmerzen zu ersparen. Danach wird die stille Geburt eingeleitet.
Diese Entscheidung ist schwer. Aber sie ist legal, wenn eine medizinische oder schwere seelische Indikation vorliegt – auch nach der 14. Schwangerschaftswoche.
Du musst nicht allein entscheiden
Wichtig ist: Geh den Weg, der sich für dich richtig anfühlt – für dich und dein Kind. Lass dich begleiten. Von Menschen, die mitfühlen. Von Fachpersonen, die klar erklären. Von denen, die schon da waren.
Du bist nicht allein. Und egal, welchen Weg du wählst: Wir sehen dich.
Und wir sind da.